STUDIE · KAROLINSKA-INSTITUT

Fünf Jahre länger leben — durch Golf.

Die schwedische Karolinska-Studie hat 300.000 Golfer ausgewertet. Das Ergebnis verändert, wie wir über Senior-Golf nachdenken sollten.

Ich bin 68. Wenn ich diese Studie ernst nehme, habe ich heute Morgen etwas gemacht, was meine Lebenserwartung um fünf Jahre erhöht. Nicht ein bisschen länger leben. Fünf Jahre. Das ist mehr, als der Verzicht auf Übergewicht statistisch bringt, mehr als Joggen — und fast so viel wie der Verzicht aufs Rauchen.

Die Zahl klingt zu groß, um wahr zu sein. Sie ist aber gut belegt. Die schwedische Karolinska-Studie aus dem Jahr 2008 hat sie veröffentlicht, und seitdem hat sich der Befund mit weiteren Untersuchungen verfestigt. Sie ist eine der eindrucksvollsten Studien zum Thema Bewegung und Lebenserwartung überhaupt.

Was die Studie wirklich gezeigt hat

Forscher des Karolinska-Instituts in Stockholm haben die Mitgliederdaten des schwedischen Golfverbands mit dem nationalen Sterbe-Register abgeglichen. Über 300.000 Golferinnen und Golfer flossen in die Auswertung ein — eine Stichprobengröße, die bei sportbezogenen Studien fast einmalig ist.

Die Forscher kontrollierten für Alter, Geschlecht und sozioökonomischen Status. Das ist wichtig, weil Golfer im Schnitt etwas wohlhabender und besser gebildet sind als die Allgemeinbevölkerung.

−40 % niedrigere Sterblichkeit unter Golfern gegenüber der Vergleichsbevölkerung — entspricht etwa fünf Jahren höherer Lebenserwartung.

Warum dieser Effekt so stark ist

Eine Golfrunde ist mehr als ein Spaziergang. Vier bis fünf Stunden draußen, sechs bis sieben Kilometer in eigenem Tempo — das ist moderate Ausdauerbelastung über eine Dauer, die keine Sportart sonst so leichtfüßig anbietet.

Es geht nicht darum, dass Golf ein Heilmittel ist. Es geht darum, dass häufiges, regelmäßiges Spiel eine Lebensform ist, die Bewegung, soziale Bindung und geistige Aufgabe miteinander verbindet.

— Aus der Studie, Diskussion

Aber Bewegung allein erklärt den Effekt nicht. Drei weitere Treiber kommen hinzu, und gerade für ältere Spieler sind sie womöglich noch wichtiger als der Kalorienverbrauch.

Soziale Interaktion

Eine Flight-Runde dauert vier Stunden. Vier Stunden ungestörtes Gespräch mit drei anderen Menschen — das gibt es im Alltag praktisch nirgendwo sonst.

Outdoor-Zeit

Tageslicht reguliert den Hormonhaushalt, Vitamin D wird produziert, die Stimmung stabilisiert sich. Wer pro Woche zwei Runden spielt, ist 8 bis 10 Stunden draußen.

Geistige Belastung

Jeder Schlag erfordert eine Entscheidung: Schläger, Wind, Lie, Ziel. Eine Runde ist eine vierstündige kognitive Aufgabe in der Natur.

Was die Studie nicht sagt

Ehrlichkeit gehört zu diesem Magazin: Die Karolinska-Studie ist eine Beobachtungsstudie, keine randomisierte kontrollierte Untersuchung. Das heißt: Sie zeigt einen Zusammenhang, aber sie beweist nicht zwingend eine Ursache.

DREI LEHREN

Was wir aus der Studie mitnehmen sollten

01
Häufigkeit schlägt Intensität
Drei kurze Runden pro Woche bringen mehr als eine 36-Loch-Session am Wochenende.
02
Geh, fahr nicht
Der Cart raubt der Runde genau das, was sie gesund macht. Trolley statt Buggy.
03
Bleib im Spiel
Wer auf Score-Frust den Schläger wegstellt, verliert statistisch Jahre.

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01  Was die Studie zeigt
02  Warum der Effekt so stark ist
03  Was die Studie nicht sagt
MS
Mathias Struwe
HERAUSGEBER · HCP 31 · 68 J.
300k
schwedische Golfer flossen in die Auswertung
ORIGINAL-QUELLE
Farahmand, B., Broman, G., De Faire, U., Vågerö, D., & Ahlbom, A. (2009). Golf: a game of life and death — reduced mortality in Swedish golf players. Scand J Med Sci Sports, 19(3), 419–423.

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